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Worum geht’s?

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Sch├Ânen guten Abend. Vor exakt f├╝nf Minuten habe ich beschlossen, die kommenden Erlebnisse, die ich mit dem Umzug meiner Eltern haben werde, in einem Blog festzuhalten. Und – sch├Âner, nicht neuer Internetwelt sei Dank – here we go.

Beantworten wir zu Beginn ein paar Fragen.

1.) Worum geht es hier?
Um Mission MamaPapa. Der Titel ist nicht zuf├Ąllig gew├Ąhlt. Die ganze Aktion hat was von einer Mission Impossible. Ich fand’s einfach passend.

2.) Wer sind Mama und Papa?
Meine Eltern. Beide an die 80 und zwar geistig noch ganz fit, aber k├Ârperlich nicht mehr ganz auf der H├Âhe. Und vor allem sind sie: zu weit weg. Zwischen uns liegen fast 500 Kilometer, zwischen D├╝sseldorf und Hamburg beziehungsweise L├╝beck – je nachdem, wo ich mich gerade aufhalte. Meine Eltern┬áhaben keinen Computer, und sie besitzen nicht mal ein Handy. Vermutlich sind sie die letzten Menschen in ihrem Viertel, die ein durch und durch non-digitales Leben f├╝hren. Sie wissen, dass ich hier blogge, und ich achte darauf, das in ihrem Sinne zu tun. Was vielleicht auch nicht immer einfach sein wird. Wir werden sehen.

3.) Was f├╝r eine Mission?
Mama und Papa wohnen in┬áeinem Reihenhaus, dessen f├╝nf Zimmer sich auf f├╝nf Etagen verteilen. Etagen mit Treppen. Langsam n├Ąhern wir uns vermutlich der Problematik und dem Gegenstand der Mission. Ich bin ein Einzelkind. Mama und Papa sind beide nicht gesund, und j├╝nger werden sie auch nicht. Nicht nur die Treppen werden langsam zur Belastung, auch der Alltag macht ihnen mehr und mehr zu schaffen. Niemand kann sich vor Ort um sie k├╝mmern, au├čer mir. Ich m├Âchte mich auch sehr gerne k├╝mmern, immerhin┬áschulde ich ihnen praktisch 18 Jahre intensiven K├╝mmerns, das sie mir schlie├člich auch zuteil werden lie├čen. Aber es ist nicht immer leicht. Vor allem nicht aus der Ferne. Ich bin im Norden, meine Tochter ist im Norden, mein Freund ist im Norden. Ich kann nicht umziehen, um mich zu k├╝mmern. Deshalb kommen sie zu mir. Es ist beschlossene Sache. F├╝r mich. F├╝r Mama und Papa manchmal. An guten Tagen ja, an schlechten Tagen eher nicht.

4.) Was gibt’s zu tun?
Kommen wir zur groben, ganz ganz groben To-Do-Liste:

  • Mamas und Papas┬áHaus in D├╝sseldorf verkaufen.
  • Eine Bleibe f├╝r Mama und Papa in meiner N├Ąhe in Hamburg suchen.
  • Mamas und Papas Umzug organisieren.

Ein Kinderspiel. Ich meine, was kann schon passieren?

  • Sie k├Ânnten es sich, mal wieder, anders ├╝berlegen.
  • Einer von beiden k├Ânnte, bevor ich auch nur den Keller entr├╝mpelt habe, akut pflegebed├╝rftig werden, sodass ich den Wettlauf mit der Zeit verliere.

5.) Warum dar├╝ber bloggen?
Erstens, schreiben hat mir schon immer geholfen. In dieser Situation kann ich einfach jede Hilfe brauchen. Zweitens, ich m├Âchte das, was passieren wird (was auch immer das sein mag) dokumentieren, denn ich habe drittens die wahnwitzige Idee, dass das irgendwem irgendwann mal irgendwas n├╝tzen k├Ânnte. Viertens, irgendwie muss ich die dreieinhalb Sekunden Privatleben, die mir aktuell so pro Tag verg├Ânnt sind, ja ausf├╝llen. Nicht, dass ich mich noch langweile. Haha. Hahaha. Hahahaha. Ha.

6.) Wie geht’s weiter?
Wie beschrieben, wir stehen noch ganz am Anfang. Im vergangenen Jahr waren wir gl├╝cklicherweise bereits so schlau, Patientenverf├╝gungen, Vorsorgevollmachten und Bankvollmachten erstellen zu lassen. Was ich bei Gelegenheit auch noch mal verbloggen muss. Da habe ich Dinge erlebt… – aber ich schweife ab. Wir befinden uns nun in Phase 2. Behutsames, kontinuierliches in-Erinnerung-Rufen der Umzugspl├Ąne, gepaart mit unauff├Ąlligem Unterjubeln von Anschauungsmaterial ansehnlicher Wohnungen im sch├Ânen Hamburg-Heimfeld.

Ich bin guten Mutes.

Denn was auch immer kommt, irgendwann werde ich sie in meiner N├Ąhe haben, und das ist eine gute Aussicht.